Fragen meiner Recherche:
Welche Rolle spielt Neugier für künstlerische Recherchen?
Welche Beziehung habe ich ihr?
Wie zeigt sie sich in künstlerisch ästhetischen Prozessen?
Fakten über das Projekt:
a. eine künstlerische Recherche zu einer Pflanze auf der griechischen Insel Santorini
b. Masterarbeit im Fach Kultur/Ästhetik/Medien
c. Reisedaten: September 2024
d. Präsentation in Arbeit
„Auf der Suche nach Neugier“ ist Teil meiner fortlaufenden künstlerischen Forschung zu Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und sozialer Interaktion.
Hier ist nur ein Ausschnitt sichtbar:
Auf meiner Suche nach Neugier habe ich die Geschichte einer Pflanze kennengelernt, die auf Santorini bereits vor über 3500 Jahren angebaut wurde und ein Vulkanausbruch ihre Spuren verschüttete. Auf diese Spuren habe ich mich 2024 begeben und meine Neugier an ihr erforscht. Ich wollte mehr über diese Pflanze erfahren, weil ich fasziniert davon war, dass bereits zu Zeiten der Minoischen Kultur diese Pflanze zur Nahrung auf Santorini angebaut wurde. Meine Suche habe ich in 4 Skizzenbüchern festgehalten. Wie ist diese Pflanze wieder dort gelandet? Welche Bedeutung hat sie für die Menschen heute?
Dazu habe ich meine eigene Auswertungsstrategie gefunden, die sich an Andrea Sabischs Umgang mit Aufzeichnungen lehnt.
Aus Zeichnungen, Fotografien und Notizen, Videos und Gesprächsaufnahmen konnte ich wichtige Elemente meiner eigenen Neugier formulieren. Es spielen Begegnungen und Irritation eine große Rolle und auch der Umgang mit Unwissen, durch den Beobachtungen von Dingen, die sich eher am Rand befinden, plötzlich aufploppen.
Wie kann solch eine Menge an Material aus ästhetischer Praxis überhaupt ausgewertet und präsentiert werden?
Aus dieser Recherche kann auf viele Weisen etwas erzählt werden, mit dem Schwerpunkt auf der Neugier oder mehr auf der Pflanze.
Als analoge Zusammenfassung ist bisher ein Leporello entstanden, das auf der einen Seite die Geschichte der Erbse, auf der anderen Seite die Geschichte meiner Suche nach Neugier zeigt.
Im Rahmen des Photoszene Festivals zum Thema „Photography and Feelings“ habe ich am Samstag, den 17. Mai 2025 für einen Tag in mein Atelier eingeladen, mein Material ausgebreitet und mit anderen Menschen über ihre Neugier gesprochen. Es gab viele kleine Details zu entdecken und spannende Gespräche über die Neugier und die Erbse.
Aktuell bewerbe ich mich um Möglichkeiten einer Installation im öffentlichen Raum (in Köln, wo die Suche begann, und in Griechenland, wohin mich die Suche brachte).
Die Verschränkung zwischen der Darstellung einer Suche und einer subjektiven Erzählung über eine Pflanze, die für Menschen auf Santorini bedeutsam ist, kann vielleicht nur durch das Erproben verschiedener Kontexte passieren. Gerade im öffentlichen Raum sehe ich ein besonderes Potential, da das Bild Santorinis in den Medien, vor allem in den sozialen Medien, meist ein ganz anderes Bild zeichnet, eines das von Sonnenuntergängen und Touristenmassen geprägt ist. Es könnte ein spannender Impuls sein, gerade die Auseinandersetzung mit dieser alten Pflazenart, seiner Bedeutung für Santorini heute, den Herausforderungen der Landwirtschaft mit klimatischen Veränderungen und dem Toursimus auf der Insel – all das in den analogen Raum zu stellen.
Ich freue mich über Tipps und Einladungen das Projekt vorzustellen.
Für den Blog der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft habe ich einen Beitrag verfasst, der weitere Einblicke in den Prozess und meine Erfahrungen mit dessen Präsentation gibt. Der Schwerpunkt lag in der folgenden Kurzfassung auf der Suche nach Neugier.
Hier geht’s lang: https://blog.faktor-kunst.com/auf-der-suche-nach-neugier-ein-kuenstlerischer-selbstversuch-der-bitte-niemals-enden-soll/